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18.09.2022
Das Septemberfest der FREIEN WÄHLER Neuburg - Ein voller Erfolg!

Wenn der OB und die lokale Politik mit viel Humor aufs Korn genommen wird, dann ist das ein Politikerderblecken in seiner reinsten Form. Das Septemberfest der Freien Wähler war ein voller Erfolg.

Am 17. September füllte sich der Saal des Kolpinghauses. Begleitet durch die Baringer Blaskapelle und hervorragend bewirtet durch das Team Enzersberger fühlte sich das Publikum sehr wohl. Doch man spürte förmlich unter den Gästen, dass der eine oder die andere befürchteten, im Verlaufe des Abends noch zur Zielscheibe des politischen Kabaretts zu werden, oder noch viel schlimmer, gar keine Beachtung zu bekommen.

Florian Herold und Sissy Schafferhans begrüßten das Publikum zum erstmaligen Septemberfest, das als Ersatz für das im April ausgefallene Starkbierfest von den Freien Wählern Neuburg veranstaltet wurde.

Eingeleitet wurde das Singspiel durch Kerstin Egerer als Eva Jedlickova, Stadträtin aus Jesenik, Neuburgs Partnerstadt, die als Touristin die Stadt Neuburg genauer unter die Lupe genommen hat und dies mit der stets allumfassend informierten Klofrau (Sissy Schafferhans) diskutiert hat. Die letzte Amtsperiode von OB Bernhard Gmehling wurde dabei vor allem mit der Frage nach einem passenden Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin hinterfragt.“ Wer kommt denn tatsächlich nach dem OB, wenn er aufhört? Stand ja auch in der Zeitung, dass er abdanken wird, nach seiner letzten Amtszeit. Kurz nach dem neu eingeführten PERIODENSYSTEM  in öffentlichen Toiletten. Ich finds praktisch, echt. Alles, was man braucht ist da. Sogar im Rathaus hab ich so einen Spender entdeckt. Aber das war dann doch einen Tick zuviel für den CSU-Altmeister, schätze ich.“

Diese Frage bildete eine Art roten Faden durch den weiteren Abend, der wie bereits angekündigt, wesentlich weiblicheren Variante von Politsatire.

In die engere Wahl für eine CSU-Nachfolge rückte Gabriele Kaps immer wieder in den Fokus, die als Kulturreferentin durch die Altstadt führt und somit ja auch in der Lage wäre, die ganze Stadt zu führen.

Hans Habermeyer kommt nach Kenntnis der Putzfrau in der Presse immer gut weg, Babel Klaus, als Müllbarbiemann mit Sommerhut beschrieben, der am liebsten nach Ordnung sucht und hierzu auf der Suche nach dem passenden Papierkorb für Neuburg ist. Am besten ein Modell, das die Renaissance, Ottheinrich und die Ordnung von heute verbindet.

Ebenso waren die nicht ganz günstigen Poller der Innenstadt ein Thema als auch die zweite Donaubrücke, über die lieber gerne geredet und diskutiert wird, als Sie tatsächlich in ein Bauvorhaben zu transferieren. Doris Stöckl (Luise Ilchmann)  hüllt sich hier auch in unverbindliches Schweigen.

Obwohl in den letzten 30 Jahren in Neuburg kein Geld ausgegebn wurde, ist trotzdem keins da. Und jetzt gehen Sonntags auch noch die Lichter bzw. Ampeln aus, aber „wenn die Ampel nicht funktioniert, laffts zumindest in Neiburg besser!“

Nach einer kurzen Pause wurde der Saal durch 6 wunderbare Engel erleuchet, die sich ihren Weg durch die Zuschauer zur Bühne bahnen, um sich zu einem himmlischen-Politischen Frauen Fußballstammtisch zu treffen.

Und so beobachten die Engel von oben durch die Wolken das Geschehen in Deutschland, wo es so viele Politiker hat wie noch nie zuvor, sodass der Platz in Berlin schon lang nicht mehr reicht.

Da tritt auch schon der himmlische Fußballengel und Schiedsrichter Bernhadius ( Bernhard Pfahler) auf die Bühne, der die Direktmandate der Politiker mithilfe von Abseits erklärt.

Der Blick der Engel schwenkt auf Bayern und zwar direkt auf Neuburg: Neuburg…..Is des diese Bayerische große Kreisstadt, in der sie seit 30 Jahren von einer 2. Donaubrücke reden.“

Auch wenn die Erwartungen des neuen Stadtrates eine schnelle Umsetzung sind, geht es mit dem neuen Rat allerdings schwieriger und wenn es noch ein bisschen länger dauert könnte man sowieso wegen der Erderwärmung durchs Flussbett wandern.

Das würde wohl die Grünen und vor allem den Herrn Schoder freuen, wenn es nicht zur Brücke käme. „Is des der, wega dem jede Stadtratssitzung 1 Stunde länger dauert,
weil er überoi nommoi hintnei sogt, was jeder zuvor schon gesagt hat." Fragt einer der Engel.

Dafür bekommt er die Grüne Karte vom Fußballengel, die dankenswerter Weise der 2. Bürgermeister Hans Habermeyer in Empfang genommen hat.

Ebenso werden Frank Thonig, von Wind der Finanzreferent, im Griechenland Urlaub mit einer griechischen Karte, und der Werksreferent Roland Harsch für "das war einmal 1 A keimfreie Wasser" in Neuburg abgepfiffen.

Dabei werden die Engel immer wieder durch den Engelschor
„Zwidawurzn Trigsang“ Brigitte Clemens , Sissy Schafferhans und Rudi Kerl an der Gitarre mit herrlichen Texten und Melodien unterstützt.

Der Höhepunkt ist der schnellste jemals durch durchgewunkene Antrag von Herrn Wittmair zum Thema "Menstruationsartikel auf jeder öffentlichen Toilette" . Das wäre das erste Mal, dass die Wörter Menstruation und Emanzipation im Stadtrat diskutiert worden wären. Ein Engel machte daraufhin den Vorschlag:“ Vielleicht sollte man dieses Wort jetz in jedn Antrag mit ein arbatn, dann gehas olle durch oder er hots gar net verstanden und hot glesen: „OB – jetzt auf jeder öffentlichen Toilette?“

Noch vier Jahre Bernhard Gmehling stellten die Engel nochmal fest und beenden das Singspiel mit der Aussage:

Alle haben so ihre Träume… Und so warten die Bürger Neuburgs hoit wieda a Johr und schauen, wos die nächstn 365 Tage bringa….“

Nach ausgiebigen Applaus und den Rufen nach einer Zugabe, gab Sissy ihren vorerst für einige Zeit vermeintlichen Abschied von der FW Bühne bekannt und bedankte sich beim Publikum mit einer sensationellen Vorstellung ihres Klassikers „Schönheitskönigin“, das Ihr das Publikum mit stehendem Applaus dankte.