Lebensräume bedeuten Räume für das Leben. In unserem Baustein Lebensräume beleuchten wir zwei Aspekte dazu: Lebensraum Wohnen und Lebensraum Stadt.  

1. Lebensraum Wohnen

Bedeutsamster Lebensraum ist für alle Menschen der Raum zum privaten Wohnen. Steigende Baulandpreise, unbezahlbare Mieten, 40 Bewerber auf eine frei werdende Mietwohnung: All dies sind Umstände, die ein rasches Reagieren der Politik notwendig machen. Die Möglichkeiten der Kommunen vor Ort, auf diese Umstände zu reagieren, sind oft größer als viele Lokalpolitiker wahr haben wollen. Die planerischen Voraussetzungen zur Schaffung von neuem Wohnraum kann die Kommune schaffen. Dies muss nicht immer nur das Neubaugebiet auf der grünen Wiese sein.

Die nachträgliche, unbürokratische Genehmigung des Dachbodenausbaus in bestehenden Häusern, ggf. sogar mit städtischem Zuschuss, falls daraus eine mietreduzierte Wohnung entsteht, kann ein Beispiel dafür sein. Genauso die Umwidmung bestehender alter Gewerbeflächen im Stadtgebiet in Wohnbereiche.

Mehrmals bereits hat es die Stadt Neuburg in den letzten Jahren versäumt, für die Stadtentwicklung strategisch wertvolle Grundstücke zu erwerben. Dies darf zukünftig nicht mehr passieren. Hier braucht es mehr Mut und Entschlossenheit.

Immer wieder auch wird die Nachverdichtung in vorhandenen Wohngebieten als Lösung für einen knappen Wohnungsmarkt gesehen. Die aktuellen Bewohner dieser Viertel sehen dies allerdings meist sehr kritisch, da ohnehin Parkraum in den entsprechenden Wohnbezirken knapp ist und meist mit einer zusätzlichen Wohnbebauung auch Grünzonen zerstört werden. Allerdings kann es unter Beteiligung betroffener Bürger ein gutes Modell sein, maßvolle Aufstockungen bestehender Gebäude um ein bis zwei Stockwerke zuzulassen, wenn damit für eigene Kinder oder nahe Verwandte Wohnraum geschaffen werden kann.

Grundsätzlich stellt Bauen in die Höhe eine höchst effiziente Ausnutzung von Wohnbauland dar. Es ist für die Freien Wähler Neuburg vorstellbar, an ein bis zwei Standorten in Neuburg auch den Bau eines 10 – 12-stöckigen Wohngebäudes zuzulassen. Im Optimalfall entsteht so auf einem städtischen Grundstück preisgünstiger Wohnraum in Innenstadtnähe. 

2. Lebensraum Stadt

Lebensräume zu schaffen bedeutet auch die Aufenthaltsqualität für die Menschen in ihrem Lebensraum vor Augen zu haben.

Asphaltierte Straßen und Autostellplätze sind kein attraktiver Lebensraum, sie sind für viele Menschen nur ein notwendiges Übel. Gerne hält man sich woanders auf.

Jeder von uns hat ein ausgeprägtes Gespür dafür, wo es schön ist, dazu braucht er nicht Architektur studiert zu haben. Und es gilt genau diese Räume zu schaffen: Kleine Inseln mit Grün in der Stadt, mit einem Baum, mit einer Bank darunter, ein plätschernder Brunnen. ein interessant gepflasterter Innenstadtweg. Auch die Begrünung von Häuserwänden, die Bepflanzung von Terrassen, Blumen an den Fenstern kosten wenig und schaffen eine harmonische Atmosphäre in einer Stadt,

Es gilt beispielsweise das Konzept „Grün in der Stadt“ Schritt für Schritt weiter zu verfolgen und sich jedes Jahr einen kleinen Abschnitt davon vorzunehmen. So entstehen alte Wege an der Hutzeldörre oder am Nachtberg in neuem Glanz und bringen echte Aufenthaltsqualität in unsere Stadt.

Wir brauchen keine Träumereien eines großen neuen Stadtparks im Osten der Stadt verfolgen. Wir müssen uns darauf besinnen, die vorhandenen innerstädtischen Schätze zu heben, zu sanieren und herauszuputzen.

„Asphaltieren ist billiger“ und „wir haben kein Geld“ sind keine adäquate Antwort. Es darf nicht alles dem Diktat leerer Kassen geopfert werden. Es gilt Lebensräume zu erhalten und neu zu schaffen, für uns.